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„Nur so kann ich Kirche und Caritas denken“
„Alles Kirchliche, also alles Institutionelle, Rechtliche, Sakramentale, alles Wort, aller Betrieb in der Kirche und also auch alle Reform von all diesem Kirchlichen ist im letzten Verstand und in der letzten Absicht, so es sich nur selber richtig begreift und sich nicht selbst vergötzt, reiner Dienst, bloße Hilfestellung, für etwas ganz anderes, etwas ganz Einfaches und so gerade unbegreiflich Schweres und Seliges zumal: für Glaube, Hoffnung und Liebe in den Herzen aller Menschen.“
Überschrift:
Rudolf Hubert
Text:
Karl Rahner „Das Konzil – ein neuer Beginn“, mit einer Hinführung von Karl Kardinal Lehmann, herausgegeben von Andreas R. Batlogg und Albert Raffelt, Freiburg-Basel-Wien 2012, S.52– Der Text des Vortrages von Karl Rahner ist auch abgedruckt in Rahners SW, 21/2, S. 784

Foto: Jesromtel
Karl Rahner
„Unbedingt kirchlich und mutig zugleich gilt es aus der innersten Mitte des Glaubens zu leben… nämlich von der Erfahrung des Geistes her, der in das Geheimnis der Liebe hineinbefreit.“
„Solcher Glaube, der die Gnade ist, die Gott selber ist, und die Tat des ganzen Menschen, die außerhalb ihrer nichts mehr hat, von woher er bestimmt und aufgebaut werden könnte, kann nur vom Betenden getan werden. Denn nur darin ist der ganze Mensch da und unmittelbar vor Gott…Aber der Priester muss der betende Priester sein, wenn er der Glaubende und der Bote des Glaubens sein will. Wo seine Theologie nicht insofern wenigstens eine ‚kniende Theologie‘ wäre, als sie die Theologie eines Beters ist, wo sie stattdessen in einen intellektualistischen Betrieb entarten würde, dem es nur um die Probleme als solche geht, die man fast sadistisch der Kirche vorhält, statt sich selber ernsthaft um eine Lösung zu bemühen, da würde eine solche Theologie aufhören, Theologie zu sein und zu spätbourgeoiser unverbindlicher Wichtigtuerei entarten. Wir müssen Priester sein, die beten, die betend die Finsternis des Lebens aushalten, selbst wenn ihr Gebet Teilnahme an der Ölbergsangst Jesu und am Gebet des Gottverlassenen am Kreuz ist. Nur so werden wir d i e Glaubenden sein können, wie sie heute sein müssen, soll es sie überhaupt noch geben. Jesus hat auch seine Apostel gefragt: ‚Wollt auch ihr gehen?‘ Auch bei den Aposteln hat er mit dieser äußersten, tödlichen Möglichkeit hart gerechnet. Wundert es uns, wenn auch wir Priester ernsthaft und nicht nur ‚pro forma‘ so gefragt werden durch unsere Zeit und durch unseren Beruf, der uns nie erlaubt, diese äußerste Frage zu vertagen? Die Gnade Gottes hat damals gewährt, dass auf diese Frage die Antwort gegeben wurde, die den ganzen Glauben des Christentums und auch die letzte Glaubensbegründung enthält: ‚Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens, und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist.‘ (Joh. 6, 68 f). Unser Leben als Christen und Priester ist in diesem Satz versammelt.