Welche Geschichte kann unser Glaube erzählen

„Wochenimpuls 2026-11“

Wie frei sind wir wirklich?

Welche Geschichte kann unser Glaube erzählen? Auf das Narrativ kommt es wesentlich an. Denn wenn der Glaube nicht mit einer Geschichte aufwarten kann, die im wahrsten Sinn atemberaubend ist, dann hat er weder die Chance noch die Möglichkeit, überhaupt wahrgenommen zu werden. Schauen wir also genauer hin, was heute als ‚der Weisheit letzter Schluss‘ sich präsentiert. Zunächst wird man sagen müssen: 

„Das Subjekt wird sich selbst zum eigentlichsten Objekt…In diesem Zusammenhang muss man die Freudsche Tiefenpsychologie sehen, die Geburtenkontrolle, die menschliche Eugenik, die die freie Einsicht und Entscheidung des Menschen überspringende Umgestaltung der Menschen im Bereich des Kommunismus, die sich auf der Psychologie Pawlows aufbauen und die in etwas vorsichtiger Dosierung auch im Westen praktiziert werden (man denke nur an die Technik der Propaganda, Reklame usw.)“ 1

Das ist eine sehr nüchterne Bestandsaufnahme. Und auch wenn das gesellschaftliche kommunistische Großexperiment offensichtlich gescheitert ist – ein Blick in die modernen ‚Heilsversprechen‘ lehrt uns, dass dieser Traum noch längst nicht ausgeträumt ist. Ebenso nicht der vom Menschen, der sich in einer digitalisierten und vollständig säkularisierten Welt mit KI die Welt so bauen kann, dass alle seine Wünsche in Erfüllung gehen. DAS ist doch endlich eine Story. Hat der Glaube hier noch eine Chance, seiner Botschaft Gehör zu verschaffen?    Dieser Frage wollen wir in den nächsten Wochen nachgehen. 


  1. Karl Rahner „Schriften zur Theologie“, V, Einsiedeln-Zürich-Köln 1962 (2. Auflage) S. 162-172 ↩︎
Foto von Sirius Harrison auf Unsplash

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