„Wehret den Anfängen“ – Dank an Frau Yasmin Fahimi

Zum Interview mit Frau Yasmin Fahimi in der Schweriner Volkszeitung vom 14.1.2026 auf S. 21 unter dem Titel: „Menschen krank zur Arbeit schicken, bringt keinen einzigen neuen Auftrag ins Land“

„Wenn jahrelang eine Politik betrieben wird, mit der sich der Alltag der Menschen nicht ausreichend verbessert oder sogar verschlechtert, können wir das mit guter Tarifarbeit nicht nebenbei kompensieren.“ So kann man es lesen in dem Beitrag von Frau Yasmin Fahimi in der Schweriner Volkszeitung vom 14.1.2026 auf S. 21. Bemerkenswert ist dieser Satz allemal, doch noch treffender ist die Analyse der ‚Attraktivität‘ der Alternative zu der bisherigen Politik, die – zugegebenermaßen – endlich aufzuwachen hat! Jenen, die im Namen für sich beanspruchen, eine Alternative zur bisherigen Politik darzustellen, schreibt Frau Fahimi ins sprichwörtliche ‚Stammbuch‘, was sie denn tatsächlich anbieten: Nämlich, den Mindestlohn nicht anzuerkennen, dass sie eine Tarifbindung ebenso ablehnen wie eine Interessensvertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch Gewerkschaften in den Aufsichtsräten der Konzerne und Betriebe. Diese ‚Alternative‘, so Frau Fahimi, steht auch gegen soziale Absicherung und „eher für eine frühindustrielle Zeit als für Innovation.“ Frau Fahimi wirft der AfD vor, dass sie sich schwer tut mit den „Werten von Gerechtigkeit, Gleichheit und Solidarität“ und dass sie für das „Gegenteil (steht), nämlich für eine Klassengesellschaft, eine Gesellschaft, in der der Einzelne nicht mehr zählt, in der die Beschäftigten in verschiedene Gruppen klassifiziert und auch diskreditiert werden.“ Der Vorwurf, dass die AfD das „Prinzip der Tarifpartnerschaft und Tarifautonomie brechen“ will, hat massive Auswirkungen auf den Einzelnen und die Gesellschaft gleichermaßen. Diese Politik – so Frau Fahimi „kostet die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer viel Geld, Lebens- und Beschäftigungschancen.“ 

Ja, es lohnt sich, diese ‚Alternative‘ genau zu studieren. Für diese Einblicke kann ich der DGB-Chefin nur dankbar sein. Und ich kann nur hoffen, dass möglichst viele Wählerinnen und Wähler diese ‚Alternative‘ ähnlich gründlich studieren wie Frau Fahimi, denn schon ein kurzer Blick auf das Verhältnis der AfD zu Europa und zum Imperialismus, ihr Verhältnis zum Schutz der Umwelt und zur ‚Sündenbockmentalität‘ sowie ihr Deutschlandbild lässt ahnen, auf welchem Welt- und Menschenbild diese ‚Alternative‘ aufruht, welche Ressentiments sie für sich nutzt.  „Wehret den Anfängen“ – das heißt aber auch, dass die so genannten ‚etablierten Parteien‘ endlich aufwachen und (endlich!) eine transparente(re), demokratische(re) Politik betreiben, die Probleme ehrlich anerkennt, analysiert und Lösungen anstrebt und umsetzt, die das Leben der Menschen real spürbar verbessern. Nicht irgendwann, sondern hier und jetzt! Und die den Mut hat, die Wahrheit zu sagen, wo man politisch Grenzen hat. Die Zeit leerer Versprechungen und der Pflege eigener Pfründe ist längst ebenso vorbei wie der Gang in die Politik, um ausschließlich Karriere zu machen. Politik ist ein Dienst – und zwar am Volk und kein Lobbyisten Verein für Reiche und Gewinnler. Wenn das nicht endlich verstanden wird, droht uns allen die ‚Alternative‘.

Foto von Jonathan Farber auf Unsplash

gerne teilen