Was wäre, wenn es das Wort Gott nicht gäbe?

„Wochenimpuls 2026-27“

Arno Zahlauer, Priester und Jesuit aus dem Erzbistum Freiburg, stellt sich dieser Frage in dem Buch „Das Leben meistern“ 1. Er bezieht sich dabei auf eine Meditation Karl Rahners und kommt zu dem Fazit: 

„Der Mensch würde aufgehen darin, sich und sein Leben zu planen und zu organisieren, er würde, wie Rahner sagt, ‚nicht mehr merken, dass er nur einzelne Momente seines Daseins manipuliert, sich aber nicht mehr sich seinem Dasein als einem und ganzen stellen…Die bloße Konzentration auf das Machbare und Erreichbare würde dazu führen, dass „die Menschheit sich zurück verwandelt in einen Termitenstaat unerhört findiger Tiere‘“ 2

Zahlauer sieht, dass die Fragen Rahners, seine Problemstellungen, heute, im Zeitalter von KI und Digitalisierung, nicht nur nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Sie haben an Dringlichkeit gewonnen. 

„Was wäre, wenn es das Wort Gott nicht gäbe, wenn es verschwunden wäre, „spurlos und ohne Rest? Karl Rahner versteht es, Fragen zu stellen, die mit den Jahren ihre Aktualität nicht verlieren, im Gegenteil! Mich beeindruckt an ihm, wie er in seinem Denken immer und immer wieder herausarbeitet, dass die Frage nach Gott und seiner Wirklichkeit nicht einfach eine Zugabe zu unserem Menschsein ist, die es geben könnte oder auch nicht. Sich für die Wirklichkeit Gottes zu öffnen, das ist etwas, das zu unserem Menschsein gehört, ja, uns zu unserem Menschsein geradezu verhilft. Immer und immer wieder macht Karl Rahner deutlich: Der Glaube an Gott ist weder ein Refugium, noch engt er unser Leben ein, ganz im Gegenteil: Die Frage nach Gott und der Glaube machen uns sensibel, unser Leben als Geheimnis wahrzunehmen und seine Würde zu entdecken.“ 3


  1. Arno Zahlauer in „Das Leben meistern“, Karlsruhe 2014 ↩︎
  2. Arno Zahlauer in „Das Leben meistern“, Karlsruhe 2014, S. 131 f) ↩︎
  3. Arno Zahlauer in „Das Leben meistern“, Karlsruhe 2014, S. 132 ↩︎
Foto von Sirius Harrison auf Unsplash

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