Angst vor KI

„Wochenimpuls 2026-06“

Sind wir wirklich orientierungslos? Mir fällt ein Briefwechsel mit N. ein, den ich in Ausschnitten wiedergebe: 

Lieber N…

Noch einmal kurz zu unserem Gespräch über Gerald Hüther. Der Buchtitel „Die Evolution der Liebe“ hat den bezeichnenden Untertitel: „Was Darwin bereits ahnte und die Darwinisten nicht wahrhaben wollen.“ Vielleicht ist es gerade die Fähigkeit zu Emotionen, zu Vertrauen, Verstehen und Solidarität – etwas, was sich auch hirnorganisatorisch auswirkt. So jedenfalls verstehe ich Hüther, der hier, im Emotionalen, einen evolutiven Vorteil ausmacht. Kann es nicht sein, dass dies ein Vorteil auch gegenüber KI mit sich bringt, auch wenn wir intellektuell unterlegen zu sein scheinen? Hüther: „Nur so konnten wir werden, was wir bis heute immer noch sind: keine von irgendwelchen Genen auf Konkurrenz und Selbstbehauptung programmierte Roboter, sondern Kinder der Liebe. Nur allmählich wird es vielleicht Zeit, dass wir uns entschließen, nun auch erwachsen zu werden.“

Wenn wir uns endlich entschließen würden, erwachsen zu werden – wie schön wäre es. Und wie wichtig, wie (über)lebenswichtig wäre es. Wenn wir endlich anerkennen, dass Vertrauen, Liebe und Hoffnung eben keine Illusion sind, sondern d e r Kompass, der mehr Leben verheißt.  

Rudolf Hubert

Foto von Sirius Harrison auf Unsplash

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