Dank an den „Mann des Vertrauens“!

Antwort auf den Beitrag in der Schweriner Volkszeitung vom 21. Juli 2026 „Gedanken zur Woche – Vertrauen üben“

Es ist mir ein Bedürfnis, Pastor i. R. Holger Marquardt, ausdrücklich und öffentlich zu danken. Seine „Gedanken zur Woche: Vertrauen üben“ haben mich sehr nachdenklich werden lassen, denn Sätze wie „Es ist schon erstaunlich, wie schnell bei uns, in einem Land, das von Gott nichts wissen will, immer wieder neue Fußballgötter kreiert werden.“ Oder: „Auch hier merke: Wer sich als absoluter Heilsbringer anbietet, begegne mit kritischem Blick.“ Diese klaren Worte tun gut, denn es gibt sie heute zuhauf, diese selbsternannten „absoluten Heilsbringer“, die so tun, als ob alles gut wäre, wenn… Ja, wenn endlich „die Ausländer, die hier eh‘ nur ‘rumschmarotzen, endlich weg sind.“ Oder: „Wenn wir dochendlich wieder stolz sein können und stolz sein dürfen, Deutsche zu sein.“ 

Wenn „Deutschland doch endlich wieder normal“ ist! Da gibt es gesellschaftliche Kräfte, die allen alles versprechen, wenn nur endlich die ‚Schuldigen‘ weg sind oder für uns arbeiten. Das – bitte – sollten sie doch wenigstens, denn wir sind doch nicht das „Sozialamt der Welt“.Oder: „Was soll das Gerede von der überfallenen Ukraine! Es sind doch unsere deutschen Steuergelder, die dorthin fließen. Wie gut ginge es uns, wenn wir endlich wieder das billige, russische Öl und Gas hätten.“ 

Nein, nein, diese selbsternannten „absoluten Heilsbringer“ – sie sind ‚Rattenfänger‘, denen man nicht ‚auf den Leim gehen‘ darf! Bei der – allzu berechtigten – Fehlersuche sind immer ‚die Anderen‘ Schuld! Von Versäumnissen und Defiziten bei Integrationsleistungen der Mehrheitsgesellschaft ist bei jenen keine Rede. „Wir haben immer schon das Richtige getan. Nur: Wir wurden weder gehört noch hat man uns politisch machen lassen!“  

Das Zeugnis der Geschichte ist allerdings eindeutig: Weder ein „Gottesstaat“ noch ein völkisches Gebilde noch eine „entwickelte sozialistische Gesellschaft“ kann das ‚Heil‘ bringen. Allerdings – und zwar sehr zu Recht – sehnen wir uns danach und haben das Bedürfnis und die Pflicht, alles zu tun, um gesellschaftliche und private Zustände zu verbessern in dem Maße, in dem wir es vermögen.

Noch einmal Holger Marquardt: „Wir können uns keine Götter aussuchen, aber Gott sucht uns. Er lässt uns nicht fallen, selbst wenn wir ihn vergessen.“  Mich erinnert diese hoffnungsfrohe Auskunft an eine Frage, die Eugen Drewermann einmal in einem Interview gestellt wurde: „Sind wir nicht unheilbar religiös?“ Nach diesem Wort zur Woche würde ich auf diese Frage mit einer Gegenfrage antworten: „Sind wir es etwa nicht?“

Bild von Andrys Stienstra auf Pixabay

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