Zum Leserbrief in der Schweriner Volkszeitung vom 29.06.2026 unter dem Titel: „Geld und Waffen statt Gespräche und Vermittlung“.
Viel wäre zu manchen Aussagen in diesem Leserbrief zu sagen, beispielsweise zu Solidarität und billigen Rohstoffen, woher sie auch immer kommen; zur Dialogverweigerung von Despoten, die nur eigene Bedingungen akzeptieren, zur Kriegsrhetorik, die in totalitären Strukturen allumfassend manipulativ ist und in demokratischen Ländern solche kritischen Infragestellungen wie eben jener Leserbrief ebenso zugelassen werden wie Widerstand und Friedensdemonstrationen. Viel wäre zu sagen über die Kriegsgewinnler, die am meisten profitieren in Systemen, in denen der Widerstand dagegen am geringsten ist. Nicht umsonst ‚lieben‘ sich China, Nordkorea und Russland derzeit so sehr!
Doch all das greift viel zu kurz; auf dieser Ebene liegen ohnehin die Fakten vollständig auf dem Tisch. Atommächte wurden und werden nicht bedroht. Diese Lügen dienen nur der Vertuschung ihrer imperialistischen Großmachtansprüche. Nein, es gibt eine andere, zugrunde liegende Dimension dieser Konflikte, die aus interessengeleiteten Gründen wohlweislich verschwiegen wird. Es geht um das Welt – und Menschenbild, um Menschenrechte und Menschenwürde, um deren unbedingte Geltung, die ohne Rückbindung (Religion) an eine absolut liebende Person, die jede Grenze sprengt – auch und vor allem nationalistische Großmachtphantasien! – nicht möglich sind und dessen Fehlen der Grund aller Übel ist. Selbst der Missbrauch religiöser Deutung kann dessen wirkliche Bedeutung nicht aufheben. Ganz im Gegenteil, erweist gerade er doch dessen Erfordernis! Sonst wäre der Missbrauch als solcher gar nicht identifizierbar.
1938 (!), vor fast 90 Jahren, noch vor Ausbruch des verbrecherischen Vernichtungskrieges, in dem auch nationalistischer Rassenwahn sich tarnte mit der Aussage, dass dieses „Herrenvolk“ doch „Lebensraum im Osten“ braucht, schrieb ein hellsichtiger Zeitgenosse:
„Die Welt muss es schrecklich bezahlen, dass ihre Führer nur an die natürlichen Kräfte im Menschen, an die Leidenschaften von Fleisch und Blut, also gerade an das Dunkle, Trübe, an das Chaos, an die Sünde in ihm appellieren, um ihre Ziele…zu verwirklichen. Und darum ist die Wirklichkeit…tragisch, friedlos, mit dem Sprengstoff aller Katastrophen geladen.“
Karl Pfleger, „Die reichen Tage“, 199
Wir wissen heute nur zu gut, was nach 1938 geschah. Vielleicht muss dieser Weckruf heute viel lauter erschallen, weil auch 1938 jener grundlegende Hinweis missachtet wurde, der da lautet:
Bild von Christian S auf Pixabay„Es gibt kein wahres Menschenleben…keine echte, heile, integrale Wirklichkeit ohne …Glauben.“
Karl Pfleger, „Die reichen Tage“, 199