„Wochenimpuls 2026-28“
Heute taucht mitunter die โVersuchungโ auf, den Menschen erschรถpfend definieren zu wollen. Gewissermaรen die โWeltformelโ fรผr den Menschen zu (er)finden. Das ist nicht ohne Reiz und birgt kaum รผberschaubare Gefahren, denn ein Mensch, der โdefinierbarโ ist, der ist auch steuerbar, manipulierbar, letztlich gut beherrschbar. Doch auch hier sind Resignation und Fatalismus fehl am Platze, denn:
โBeim Menschen ist โฆim eigentlichen Sinn eine Definition nicht mรถglichโฆAuch hier ist Rahner hรถchst aktuell: Selbst wenn die Hirnforschung alle neuronalen Prozesse unseres Empfindens und Denkens erklรคren wรผrdeโฆselbst dann bliebe doch das Faktum, dass ich als Mensch immer noch einen Schritt weitergehen kann und mich schlicht und einfach fragen muss: Warum und wozu? Fragend bin ich immer weiter als jede Erkenntnis, die man รผber mich gewinnen kann.โ 1
Was kann das konkret fรผr uns bedeuten? Zunรคchst die Erkenntnis, dass das Warum und Wozu unseres Lebens uns nicht erklรคrt wird durch die Wissenschaft. Dennoch bleibt die Frage, sie ist uns aufgegeben, wir kรถnnen ihr โ wenn wir unser Menschsein ernst nehmen โ nicht als โerledigtโ beiseiteschieben. Wenn wir an Christus unser โMaรโ finden, kรถnnten wir vielleicht auch sagen: Christentum kann auch in Zukunft dazu ermutigen, in allen Dingen Gott zu suchen und zu finden, weil sie von Christus her den Menschen sieht und so auf Gott hin ausrichtet.
- Arno Zahlauer in โDas Leben meisternโ, Karlsruhe 2014, S. 134 fย โฉ๏ธ