„Wochenimpuls 2026-17“
Um an den vorherigen Gedanken anzuknüpfen, sei noch einmal jene Mentalität und Haltung kurz in Erinnerung gerufen, über die wir nachgedacht haben und die in etwa so beschrieben werden kann:
Was nicht beschreibbar ist, existiert nicht. Und mit sinnlosen Fragen braucht man sich nicht abzugeben. So die einhellige Meinung aller Positivisten und Materialisten. Gott kommt nicht nur nicht vor. Er kann gar nicht vorkommen!
Auf wen man sich bei dieser ‚Diagnose‘ nicht berufen kann (obwohl es nicht selten getan wird), ist Ludwig Wittgenstein (1889-1951). Er hat in seinem berühmten Tractatus – Logico – Philosophicus zwar darauf bestanden, dass alles, was existiert, auch beschreibbar sein muss. Aber er hat hinzugefügt, dass – wenn alles beschreibbar wäre und beschrieben worden ist, die wichtigsten Fragen und Probleme des Menschen nicht einmal ansatzweise in den Blick gekommen sind. Ist das schon so etwas wie ‚Mystik‘? Die Antwort auf diese Frage hängt von der Begriffsbestimmung ab. Hilfreich erscheint mir hier eher Rahners Hinweis auf die „Gestimmtheit des Beters“ zu sein. Warum? Weil Glaube für mich immer unmittelbar und unverzichtbar mit dem Lebensvollzug zusammenhängt. Glaube wird und ist dann irrelevant, wenn er sich in ein ‚Wolkenkuckucksheim‘ flüchtet. Dann ist er kein Glaube, sondern eine – oft noch völlig unfruchtbare – Einbildung! Aber die „Gestimmtheit des Beters“? Hier lohnt es sich, tiefer zu bohren.
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