„Wochenimpuls 2026-05“
Die zuletzt โ fast beklemmend – formulierte Frage, ob der Glaube der Konkretheit unseres Lebens standhรคlt, harrt noch einer Antwort, wenn unsere Hoffnung nicht ins Leere abgleiten soll. Ich bin Karl Rahner immer noch und immer wieder dankbar dafรผr, dass er diese Fragen bis zum Schluss durchmeditiert hat. Es bringt uns nichts, wenn wir uns vor uns selbst verstecken oder davonlaufen, wenn wir flรผchten in die Betriebsamkeit des Alltags. Irgendwann und Irgendwo muss sich jeder den โgroรen Fragenโ stellen, weil sie unausweichlich sind, wenn man sein Menschsein nicht schon vorher aufgegeben hat. Und dann ist die Botschaft des Glaubens eine einzige groรe Verheiรung. Denn sie ist ein Geschenk, das wir uns nicht selbst geben kรถnnen. Das entsprechende Kriterium heiรt DANKBARKEIT. Der religiรถse Mensch ist ein dankbarer Mensch. Dankbar bin ich auch fรผr das, was Karl Rahner โGebetโ nennt. Denn nur in diesem ganzheitlichen Akt des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe wird die โNot und der Segen des Gebetesโ 1erfahren.
โEs steckt doch eine ernste Frage an uns dahinterโฆob wir fahren und reisen, uns in den Betrieb als Dauerzustand stรผrzen, weil wir es mit uns, mit der Stille und dem Schweigen nicht aushalten, ob wir immer laufen, weil wir uns davonlaufen mรผssenโฆMan muss sich selber die Einsicht erkรคmpfen, dass man durch schnelles Fahren nicht vom Wissen dispensiert ist, wohin eigentlich die Reise gehtโฆ Letztlich aber gibt es doch nur eine Stille, die es bei sich aushalten kann: das Gebetโฆin dem liebenden Einssein mit dem unendlichen Geheimnis, das wir Gott nennen.โ 2
Rudolf Hubert
- Buchtitel von Karl Rahner โฉ๏ธ
- Karl Rahner โAlltรคgliche Dingeโ, Einsiedeln-Zรผrich-Kรถln 1964, S. 16 f โฉ๏ธ