Kirche der Zukunft
Für mich sind Begegnungen und kleine Gemeinschaften jene heiligen ‚Orte‘, die mir Kirche lieb und teuer machen. Ich bin gern in caritativen Diensten und Einrichtungen und erlebe dort, wie Menschen sich begegnen, sich gegenseitig stützen und tragen. DAS sind für mich jene kirchlichen Orte, die mir Kraft schenken, Zuversicht und auch Mut für die Zukunft. Ein ‚heiliger Ort‘ ist auch eine kleine Außenstation bei Schwerin. Nach den Wortgottesfeiern mit Kommunionspendung gibt es im Anschluss das opulente Kaffeetrinken. Alle bleiben zusammen, tauschen sich aus, teilen sich mit, fragen, wo Hilfe benötigt wird oder was besonders schön in der vergangenen Woche war. DAS scheint mir nicht nur ein ‚heiliger Ort‘ zu sein. So wird die Kirche der Zukunft schon heute greifbar und erfahrbar – jenseits großer Konzepte, Gebäude, Strukturen oder Finanzen.
Ich kann das, was mich an jenen ‚Orten‘ bewegt und was ich dort erfahre, am besten mit den Worten dreier Theologen beschreiben, die meinen Lebens- und Glaubensweg – auch und besonders an und in diesen heiligen Orten- begleiten:
„Es ist mehr denn je dringend notwendig, den Glauben in kleinen Gemeinschaften zu leben…Wo Menschen einander begegnen in ihrer Brüchigkeit, in ihrer Bereitschaft, zu verstehen und zu begleiten, da wird es konkret, was Jesus gemeint hat…das entscheidet über die Nähe Gottes zu den Menschen.“
Eugen Drewermann
„Es ist dem Christen verboten (einziges Verbot, das ganz ernst genommen werden muss), sich mit weniger als der unendlichen Fülle Gottes zu begnügen…frevelhaft bescheiden zu meinen, Gott könne im Ernst diese durch tausend Bedingtheiten endliche Kreatur nicht ernst nehmen. Die Welt hat nicht nur im Menschen begonnen, zu sich selber zu kommen…sondern Gott hat schon begonnen, zum Menschen zu kommen.“
Karl Rahner
„Die Christen erleben wie keine Generation zuvor, wie zweideutig aller irdischer Fortschritt ist…es wäre ein unausdenkbares Paradox, wenn die Menschheit die ihr zugespielte Machtfülle in der Gesinnung dessen zu verwalten und zu verteilen verstünde, der nicht kam, um zu herrschen, sondern um zu dienen.“
Hans Urs von Balthasar
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